Finanzierung

Wie finanziert man die klassische Rotkreuzarbeit? Unsere Tätigkeit ist ehrenamtlich, selbst bei einem 10-Stunden-Dienst erhält niemand von den Helfern eine Entschädigung. Dennoch entstehen Kosten. Die Zeiten, dass man notfalls zwei Helfer mit PKW und ledernem Sanitätstäschchen auf einen Dienst schicken konnte, sind vorbei. Gesetzliche Vorgaben fordern Mindeststandards, Ausbildung und Ausstattung sowie regelmäßige Wartung und Prüfung derselben.

Das alles kostet viel Geld, selbst wenn wir in Uetersen viele Dinge gebraucht angeschafft haben. Fahrzeuge verursachen Kosten, wir müssen Versicherungen bezahlen, die Helfer müssen Dienstbekleidung haben oder geimpft werden. Dabei beschränken wir uns nur auf das wirklich Notwendige. Wir haben z.B. nur die reine Einsatzbekleidung, in der Sie uns auf den Diensten sehen. Die Ausstattung unseres Einsatzraumes besteht fast ausschließlich aus anderswo ausgemustertem Mobiliar und Material und beim Bau unserer Halle haben wir sämtliches Altholz wieder verwendet.

Immer wieder bekommen wir zu hören „Ist das DRK nicht eine öffentliche Organisation?“ Nein, der DRK Ortsverein Uetersen e.V. ist ein eigenständiger Verein wie andere auch. „Aber ihr bekommt doch Zuschüsse und Unterstützung!“ Schön wär´s. Im Gegensatz zu Feuerwehren oder THW finanzieren sich die Gliederungen der Ortsvereine grundsätzlich aus eigenen Mitgliedsbeiträgen. Die Stadt Uetersen stellt uns allerdings derzeit die Räume mietfrei zur Verfügung. Bei einem Jahresmindestbeitrag von 18,- € und knapp 200 Mitgliedern können Sie sich unsere finanzielle Grundlage ungefähr vorstellen, wobei noch ein Teil dieser Beiträge an den Kreisverband zur Finanzierung der überörtlichen Aufgaben abgeht.

Damit wären allein die vielfältigen Aufgaben der Bereitschaft gar nicht zu realisieren. Daher nutzt der Ortsverein weitere Aufgaben wie Altkleidersammlung oder Blutspende als Einnahmequelle. Auch die Sanitätsdienste können wir nicht kostenfrei anbieten, denn die Bereitschaft muss sich durch die Entgelte für Sanitätsdienste im Wesentlichen selbst tragen. Auch können wir uns als Rotkreuzler im Gegensatz zu reinen Dienstleistern nicht nur die lukrativen Rosinen herauspicken; man erwartet vom DRK zu Recht überall Engagement und Zusammenarbeit. So stehen den kostenpflichtigen Sanitätsdiensten zahlreiche Einsätze gegenüber, bei denen wir nicht einmal die Kosten decken können. Übrigens rechnen wir unsere Hilfeleistung nicht mit den Krankenkassen ab. Das Pflaster, Kühlkissen oder die tröstenden Worte bekommen sie bei uns einfach so.

Sofern das DRK hoheitliche Aufgaben wie z.B. Einrichtungen des Katastrophenschutzes unterhält, stellt der Kreis die Ausrüstung zur Verfügung. Die in Uetersen stationierten KTWs sind daher Komponenten des Kreises Pinneberg. Nur durch die Einbindung in den Katastrophenschutz sind wir überhaupt von der Ausstattung her in der Lage, unsere vielfältigen Dienste wahrzunehmen. Allerdings tragen wir bei Nutzung für Vereinszwecke auch die Kosten dafür.