Realistische Unfalldarstellung

Realistische Unfalldarstellung (RUD)

Zur realistischen Gestaltung von Übungsszenarien kann im Ortsverein eine kleine Gruppe zum Schminken und als Verletztendarsteller mobilisiert werden, die mittlerweile überwiegend aus Mitgliedern der Schulsanitätsdienste besteht. Dieser Trupp wird zur praktischen Ausbildung, bei Wettbewerben und Übungen beispielsweise auch gerne von der Feuerwehr angefordert.

Zum wirklichkeitsnahen Üben braucht man Mimen, die bei Übungen Verletzte und Betroffene darstellen. Diese werden entsprechend gekleidet und mit glaubhaft wirkenden Wunden geschminkt. Wichtiger noch ist jedoch das verletztengerechte Verhalten. Die Mimen müssen also Symptome und typische Reaktionen der Betroffenen kennen und einfach auch ein bisschen Jammern können. Wer lange genug im DRK ist, kann das ganz automatisch.

Auch bei Präsentationen, Feuerwehrtagen oder Kinderfesten hat sich das Wunden schminken schon als Attraktion bewährt.

Die Erfahrungen als „Verletzte“ bieten im Übrigen aus Betroffenensicht interessante Einblicke in die Qualität der Hilfeleistung. Daher hilft die Durchführung der RUD uns auch bei unserer täglichen Arbeit. Als Mime kann man sich gut in den Verletzten hineinversetzen und deutlich all die kleinen Mängel bemerken: die Hilflosigkeit, wenn man auf dem Rücken liegt und nicht mitbekommt, was um einen herum geschieht, die Hektik und Geräusche um einen herum, die einem Patienten Angst machen. Die fehlende Betreuung, das Liegen auf den kalten Boden oder auf einem Fremdkörper spürt man ebenso wie den verdrehten Arm oder die Unsicherheit des Helfers. Insofern ist es auch für uns als Einsatzkräfte eine wertvolle Erfahrung, einmal auf der „anderen Seite“ zu sein.